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Vanilla 1.1.4 Forum von Lussumo. Weitere Informationen: Dokumentation, Community.

    • CommentAuthoradmin
    • CommentTimeJan 27th 2008 bearbeitet
     
    Sind unter wirksamer HIV-Therapie weitere Präventionsmassnahmen notwendig? Lesen Sie dazu unseren Beitrag auf infekt.ch
    HIV-Therapie wirkt auch präventiv. Diskutieren Sie hier mit uns Ihre Meinung.
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeJan 30th 2008
     
    anonym:

    Ich bin HIV-positiv und habe mich schon lange gefragt, weshalb die Ärzte sich nie getrauen, die Wahrheit zu sagen. Mein HIV-Arzt hat mir das auch schon erzähltaber gesagt, ich soll es niemandem sagen.
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeJan 31st 2008
     
    anonym:

    Fourteen years, one month and 17 days ago, my spouse (as per Swiss civil union) was informed of his HIV infection; since that day we have not engaged in sexual intercourse, something which definitely -- during what has often seemed to be an "eternity" -- has left emotional scars on both of our souls (see also the antepenultimate paragraph by B. Aretz above) and is virtually "perverse" in a stable and committed interpersonal, very queer relationship.
    When my mate handed me this morning's newspaper with the headlines concerning yesterday's announcement by the Swiss Federal Commission on Questions about AIDS, he casually mentioned that he had heard about it last night in the late evening news on television. I was not amused to have learned about such an important major change in my personal (presumably daily...) life until ten hours after it was shared with the world!
    In his commentary to the official statement, Prof. P. Vernazza not only proclaims that "unter optimalen Voraussetzungen kann ein HIV-differentes Paar heute normalen Geschlechtsverkehr ohne Kondom haben," but declares that "...auch die HIV-negativen Partnerinnen und Parner müssen in die Betreuung einbezogen werden."
    Most likely only the men and women in a situation similar to my own can really grasp, understand and appreciate the fact that I can hardly wait to make an appointment with my mate's doctor!
    I, too, express my deepest gratitude and utmost respect to the EKAF and Prof. Vernazza for their public proclamation.
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeJan 31st 2008
     
    anonym:

    VIELEN dank für diese empfehlung ... und dafür, laut zu sagen, was hinter vorgehaltener hand manche ärzte manchen patienten (aber eben manche ...) schon länger sagen. vor allem auch danke dafür, dass Sie auch auf die strafrechtliche relevanz Ihrer empfehlung hinweisen!
    http://www.ondamaris.de/?p=1175
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeJan 31st 2008
     
    anonym:

    Meinen Respekt für diesen mutigen Schritt. Mutig insofern da der Inhalt - HOFFENTLICH - zu einem Sturm der Entrüstung in der Gesellschaft führen wird. Ich meine dies Positiv das - das behaupte ich mal kühn - ein Großteil derer die s lesen nur einen Teil von dem verstehen was da geschrieben steht. Und dabei spielt es keine Rolle ob man HIV positiv ist oder nicht. Also wird wohl mancher die Backen aufblasen und mit entrüsteter Miene ein lauthals vernehmbares: "So nicht" in den Raum schleudern.

    Ich pers - seit 24 Jahren HIV+ - weiß darum auch von meinem Arzt schon seit geraumer Zeit. Pers finde ich es richtig da in der Tat vieles berücksichtig und abgewogen bzw. mit seinem Arzt kommuniziert werden soll und muß. Für mündige um die Komplexität von HIV wissenden Patienten dürfte es kein Thema sein . . . . .

    Es ist ein Schritt dahin das der Stigmatisierung und Diskriminierung von Betroffenen - egal ob Schwul oder Hetero endlich Einhalt geboten wird. Der Schaden den so manche Seele genommen hat weil man seine Sexualität, seine Bedürfnisse unterdrückte oder sich mittels dieser furchtbaren Schere im Kopf selbst zu verstümmelte ist unermeßlich.


    Ich wünsche mir das dies ein Stein sein möge der die Prävention in ein neues Licht rückt. Weniger Angst und Drama dafür mehr Realität.

    Meinen Respekt der EKAF und Herrn Prof. Vernazza für diese Stellungnahme

    Dennis
    Frankfurt/Darmstadt
  1.  
    LHIVE, die Organisation der Menschen mit HIV und AIDS in der Schweiz, begrüsst die jüngste Stellungnahme* der Eidgenössischen Kommission für AIDS-Fragen (EKAF).

    Wir sind überzeugt, dass nachhaltig wirksame Prävention nur möglich ist, wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Aufklärung und Präventionsbotschaften einbezogen werden.
    Die in den letzten Jahren, im Namen der Prävention gut gemeinte Zurückhaltung von Informationen hat zu Unsicherheiten und widersprüchlicher Beratungspraxis geführt.
    Die damit einhergehende Aufrechterhaltung von Angst und Ausgrenzung HIV positiver Menschen hatte eine unnötige Beeinträchtigung der Lebensqualität von Menschen mit HIV und AIDS zur Folge.

    Wir meinen, dass jegliche neue wissenschaftliche Erkenntnisse den betroffenen HIV- Patientinnen und Patienten, den Beratenden und den behandelnden Ärzten, den Pflegenden und letztlich auch der Öffentlichkeit kohärent und transparent kommuniziert werden müssen.

    Die Erkenntinsse um die Nicht-Infektiosität müssen auch in der Rechtssprechung endlich berücksichtigt werden. Es ist nicht länger haltbar, dass Menschen mit HIV, nach Art. 231 StGB weiterhin wegen versuchter Verbreitung einer gefährlichen menschlichen Krankheit angeklagt und verurteilt werden, wenn eine HIV-Übertragung de facto nicht möglich ist.

    Diese zusätzlichen Erfolge der medizinischen Behandlung der HIV-Infektion müssen insofern auch eine Auswirkung auf die freie Therapie-Entscheidung der PatientInnen haben, als dass ein Therapiebeginn auch unter dem Aspekt der Prävention möglich sein soll.

    Michèle Meyer
    Präsidentin LHIVE

    Ein herzliches Dankeschön für Ihr Enggagement und Ihren Mut, es ist aus unserem Blickwinkel das einzig richtige und notwendige.
  2.  
    version français
    LHIVE salue la prise de position* par la Commission fédérale des questions reliées au sida sur la non-infectiosité des personnes vivant avec le VIH qui sont traitées, avec succès, par le biais d’une thérapie antirétrovirale (trithérapie) cliniquement contrôlée.

    Nous sommes convaincus qu’une prévention efficace et durable n’est possible seulement lorsque les messages de prévention et le travail d’information sont fondés sur des données scientifiquement valides.

    La rétention durant des années de ces données, dans le but bien intentionné d’oeuvrer au nom de la prévention, contredit le principe de l’information éclairée. Elle conduit à des incertitudes, augmente les contradictions dans la pratique du conseil et, enfin, perpétue un climat de peur et des stigmatisation à l’égard des personnes séropositives.

    Cela fait plus d’une année que LHIVE propose que le fait de la NON-infectiosité des personnes séropositives cliniquement traitées, avec succès, par thérapie antirétrovirale soit communiqué de manière cohérente et transparente dans le milieu des personnes concernés, parmi les conseillers et les médecins, ainsi que dans la sphère publique.

    Ces données scientifiques doivent aussi être prises en compte de façon urgente par la justice pénale. Il n’est pas tenable qu’une personne vivant avec le VIH puisse être poursuivie pénalement, jugée et condamnée selon l’article 231 du CPS pour tentative de transmission de maladies dangereuses de l’être humain, lorsqu’une transmission du VIH n’est de fait pas possible.

    Nous nous érigeons contre toute tentative d’utiliser ces données pour contraindre les personnes vivant avec le VIH ou le sida de prendre un traitement antirétroviral.

    Toute personne vivant avec le VIH ou le sida devrait pouvoir décider du moment où elle entreprend un traitement antirétroviral, y compris lorsqu’elle décide de le faire dans le but d’exercer une prévention de la transmission du VIH alors que le traitement n’est pas encore indiqué, du point de vue strictement clinique.

    Michèle Meyer
    Présidente LHIVE

    versione italiano
    LHIVE accoglie con favore la presa di posizione della Commissione federale per i problemi legati all'Aids (CFA)* in merito alla non contagiosità delle persone con l’HIV che assumono con successo, e sotto controllo medico, una terapia antiretrovirale (“triterapia”) efficace.

    Noi siamo convinti, che le strategie di prevenzione siano efficaci e durature solo se trasmettono anche informazioni scientifiche valide e importanti.

    Il riserbo, voluto negli scorsi anni nella convinzione di agire a favore delle politiche di prevenzione - contraddicendo però il diritto ad un’informazione chiara e precisa - in realtà ha creato insicurezza tra gli operatori del settore. Una tale decisione, inoltre, ha contribuito al mantenimento di un clima d’incertezza, o di paura, e all’emarginazione delle persone sieropositive.

    Per questi motivi LHIVE ha sempre lottato, affinché tutte le informazioni scientifiche che riguardano i pazienti sieropositivi, in primis la non contagiosità a determinate condizioni, venissero comunicate con coerenza e trasparenza, sia ai medici e agli operatori sanitari, sia alla popolazione svizzera.

    Questa nuova evidenza scientifica deve anche essere urgentemente presa in considerazione dalla giustizia penale, perché non è più ammissibile che una persona sieropositiva possa venir perseguita penalmente, giudicata e condannata secondo l’articolo no. 231 del CPS per “tentata trasmissione di malattie pericolose per gli essere umani”, se, la trasmissione del virus non è materialmente possibile.

    LHIVE di oppone a qualsiasi tentativo d’imposizione terapeutica alle persone sieropositive; ogni individuo che vive con l’HIV, dovrebbe poter scegliere liberamente quando iniziare una terapia, anche se la decisione viene presa a scopo preventivo e senza che vi sia un’indicazione clinica precisa.



    Michèle Meyer
    Präsidentin LHIVE

    TO BUILD A SUSTAINABLE PLATFORM FOR PREVENTION IT IS NECESSARY TO OPENLY ADMIT THAT THE FOCUS AND CORE MESSAGES OF PREVENTION EVOLVE WITH THE CLINICAL MANAGEMENT OF HIV INFECTION, AND SOMETIMES QUITE RAPIDLY.
    We will all continue to suffer from HIV and AIDS, infected, affected or not, if we cannot establish a well-informed, tolerant society which manages the integration of people living with hiv and aids.
    If up-to-date information is kept as an insider thing, all forms of prevention and information will keep on feeding on stigma and fear.
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeFeb 3rd 2008
     
    Michael Jähme:

    Meinen Vorrednern möchte ich mich voll und ganz anschliessen:

    Respekt und Anerkennung für diesen mutigen Schritt der EKAF und von Herrn Prof. Vernazza, der die Lebensqualität von Menschen, die mit HIV leben, in den Vordergrund stellt!

    Wissenschaftlich fundiert Erkenntnisse müssen offen, klar und transparent kommuniziert werden. Dass die Fakten dann von den Menschen richtig verstanden werden und Menschen unterstützt werden, die angemessenen Konsequenzen für ihre Lebensgestaltung zu finden, ist Aufgabe der Ärzte, AIDS-Hilfen und Beratungsstellen. Im Kontext AIDS hat es schon immer viele Verändeurngen gegeben, wo alte Fakten neubewertet werden mussten.

    Dass die HIV-Therapien heute so wirksam sind, wie sie sind, haben wir uns seit Beginn der AIDS-Krise gewünscht und herbeigesehnt. Jetzt zurückzuzucken aus Sorge, die Prävention geriete in Gefahr, zeigt ein Denken, dass die Lebensqualität von HIV-Positiven hintenanstellt. Die EKAF tut dies nicht. Die EKAF handelt nur sehr konsequent, dies verdient meinen Dank und Respekt.

    Ich selber lebe seit 18 Jahren mit HIV und arbeite seitdem hauptberuflich in einer AIDS-Hilfe. Ich kann verstehen, dass die Verlautbarung der EKAF polarisiert, denn sie fordert heraus, Position zu beziehen, ob Lebensqualität von Menschen mit HIV in Konkurrenz zu bisherigen Präventionskonzepten stehen. Sie fordert heraus - eigentlich fordern aber nur die neuen Fakten heraus - alteingefahrenes auf den Prüfstand zu stellen. Die Verstörung, die die offenen Worte der EKAF auslösen, ist eigentlich unverständlich, da sich die EKAF sehr differenziert äussert und an bisherigen Präventionsgrundlagen wenig ändert. Die Verstörung drückt aus, dass man eine Eigendynamik befürchtet, die zu einer Zunahme der Neu-Infektionen führen könnte.

    In meinem Blog "Wem schadet meine Lebensfreude?" auf http://www.welt-aids-tag.de/blog/eintrag.php?eid=54 befasse ich mich auch mit meiner Lebensqualität als Menschmit HIV und damit, welches Bild von HIV-Positiven in der Öffentlichkeit vermittelt wird. Provokativ frage ich: Bin ich noch tauglich für die HIV-Prävention mit meiner Lebensfreude, die sich sehr wensentlich auf die wirksamen HIV-Therapien gründet?

    Ich könnt eim Kontext der EKAF-STellungnahme auch fragen: Tauge ich noch für die Prävention, wenn ich nicht mehr infektiös bin? Muss ich vorgeben, infektiös zu sein, wenn ich es doch - medikamentengestützt -gar nicht mehr bin?

    Was erlauben sich die Kritiker der EKAF-Stellungnahme eigentlich, MIR als HIV-Positiven zuzumuten? Ich halte es für wichtig, hier nicht abstrakt, sondern auf die konkrete Person bezogen zu diskutieren. Schließlich stehen Menschen im Vordergrund und nicht Konzepte und Gewohnheiten.

    Michael Jähme / Köln
    Sozialpädagoge der AIDS-Hilfe Wuppertal
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeFeb 5th 2008
     
    anonym:

    GEHT ES "NUR" UM VIREN??
    KÖNNTE NICHT AUCH ETHIK (D.H. DIE VERANTWORTUNG FÜR ANDERE MENSCHEN) GENERELL EINE GEWISSE ROLLE SPIELEN?
    ODER IST DIESER ASPEKT EWIGGESTRIG?
    NOCH HOFFE ICH, DEM SEI NICHT SO...
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeFeb 5th 2008
     
    anonym:

    Diese Registrierung ist ja etwas umständlich, deshalb diesen Kommentar erstmal unter "anonym". Unten steht meine Email:

    Ich verstehe nicht, warum immer wieder von verschiedener Seite behauptet wird, die Primärprävention würde irgend etwas verschweigen? Ich frage mich, ob die betreffenden Personen sich schon mal mit den Strategien der Primärprävention auseinandergesetzt haben. Von dir, lieber Bernd, weiß ich es ja. Wir haben uns im Dezember darüber bei der Deutschen AIDS-Hilfe unterhalten. Ich hatte damals deutlich gemacht, dass massenmedial und in der Vorortarbeit zunächst nur die einfachen Botschaften tragen. Je mehr man ins Detail geht, je intensiver das Gespräch vor Ort wird, desto detaillierter werden auch die Informationen, die wir geben. Es ist doch unbestritten, dass im Darkroom nicht über Viruslast oder aktuell vorhandene sexuell übertragbare Krankheiten oder ÜBERHAUPT gesprochen wird. Da bringen die ach so neuen (wieso eigentlich neu???) Erkenntnisse nichts. Wie die Schweizer richtig sagen: In der Primärprävention hat das keine Relevanz "Ausserhalb einer festen Beziehung geht der Selbstschutz vor: Keine HIV negative Person soll bei einer sexuellen Begegnung auf den Selbstschutz verzichten." Und sich nicht "auf die Aussagen des Gegenübers" verlassen, "da sie die Zuverlässigkeit der Aussagen nicht überprüfen kann". Dem ist nichts hinzuzufügen. Alles andere geht in Richtung Beratung, die im Setting vor Ort nicht immer möglich ist.
    Außerdem kann jede/r im Leitbild der schwulen Prävention http://www.mancheck-berlin.de/m_ueberuns/leitbild.shtml nachlesen, welche Standards wir haben. Wir sagen es immer so aktuell wie möglich und dort, wo es passt und so vollständig wie möglich. Und nicht halb und effektgierig, wie manche Person, die es besser wissen könnten und verantwortunsloserweise nur Halbwissen prodzuiert. Oder mal wieder unbedingt in die Medien will, oder vielleicht sogar Interessen verfolgt, über die ich hier lieber nicht spekulieren möchte.
    Die Pille davor oder danach ist doch wohl indiskutabel. Zumindest für jeden, der das Zeug schon mal nehmen musste. Erst recht als PEP. Aber lukrativ wär´s für den Ein oder Anderen vielleicht schon...

    rolf.de.witt@googlemail.com
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeFeb 19th 2008
     
    anonym:

    Gratuliere!!!
    Mutig und notwendig

    Grüsse von Dobra
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeFeb 20th 2008
     
    Michael Jähme:

    Ich möchte an dieser Stelle den Text über meine persönliches Erleben der Bedeutung der Stellungnahme der EKAF einfügen, den ich in meinem Blog auf http://www.welt-aids-tag.de/blog/eintrag.php?sid=17056d974e054956e46622652f922885&eid=58 original-gepostet habe.

    Leider übersteigt der gesamte TExt den Rahmen der Kommentarfunktion hier. Deshalb bitte über den link den vollständigen Text lesen - und hier einige wesentliche Passagen:

    Neuer Optimismus im Leben mit HIV: „Ich werde HIV überleben!“

    Die Veröffentlichung der EKAF über die unterdrückte HIV-Infektiosität bei wirksamer ART erlebe ich als Zeitenwende in meiner Biografie mit noch nicht fassbarer Tragweite. Mich ergreift erstmals eine Lebensstimmung von: „Ich werde HIV überleben!“
    ...
    Trotzdem verändert sich etwas in meinem Bewußstein und das packt sich in den Satz: „Ich bin nicht mehr infektiös!“ Ich spüre wie Michéle Meyer, Präsidentin von LHIVE, ... einfach nur eine große Freude und ein tiefes Aufatmen mit Erleichterung. Erstmals in den 18 Jahren, seit ich von meiner HIV-Infektion weiss, entsteht ein gefühltes Bewusstsein von: „Ich habe HIV überlebt!“ – oder, wenn ich der Vorsicht in mir zuhöre, entsteht die Zuversicht: „Ich werde HIV überleben!“.

    Auch wenn HIV noch nicht heilbar ist, zumindest kann die Infektiosität jetzt medikamentengestützt gebannt werden. Und gerade was den Sex angeht, war und ist die Infektiosität ja die eigentliche Krankheit, die Angst verursacht und einen in den psychischen Wahnsinn zu treiben droht, die Grundlage für Diskriminierung und Selbstdiskriminierung bildet und das Leben massiv beschränkt.
    ...
    In der Vergangenheit haben unterschwellig doch viele Ungetestete und HIV-Negative erwartet, dass diejenigen, die mit HIV leben, die größere Verantwortung hätten, HIV nicht weiterzugeben. Das war schon immer unfair und da haben wir stets gegenhalten müssen.

    Wie Prof. Martin Dannecker schon auf dem Positiventreffen im November 2007 richtig anmerkte, kehrt sich diese Dynamik nun um: Als gut behandelter Mann mit HIV kann ich sogar als Sexpartner im Vergleich zu anderen MEHR SICHERHEIT vermitteln, als diejenigen, die von ihrem Serostatus nichts wissen, womöglich gerade die Phase der primären HIV-Infektion mit gesteigertem Ansteckungspotenzial durchleben und so HIV mit kondomfreiem Sex verbreiten.

    Sollten jetzt allerdings die HIV-Negativen auf die Idee kommen, von allen HIV-Positiven zu erwarten, sie mögen doch bitte schön alle ganz schnell mit der antiretroviralen Therapie beginnen, damit sie sich doch wieder (im Selbstbetrug) sicher fühlen könnten, dann gehe ich auf die Barrikaden. Das kündige ich hier schon mal deutlich an.

    * Zu welchem Zeitpunkt jemand mit der HIV-Therapie beginnt, das liegt alleine in der Entscheidungshoheit des HIV-Positiven.
    * Genauso, wie die EKAF in ihrem Papier sagt, dass die Entscheidung, ob beim Hetero-Sex mit einem wirksam therapierten HIV-Positiven auf das Kondom verzichten werden soll, immer dem HIV-negativen Menschen obliegt, "...weil dieser letztendlich die Konsequenzen einer HIV-Infektion tragen müsste, falls es wider Erwarten doch zu einer HIV-Übertragung käme."

    Aus Gesprächen mit sehr vielen HIV-Positiven weiss ich, wie sehr verantwortungsvoll Menschen sich stets sorgen, ihre Partner und Partnerinnen nicht mit HIV anzustecken. Diejenigen, die jetzt als Bedenkenträger sagen, die EKAF-Stellungnahme würde zum Leichtsinn verführen, unterstellen unausgesprochen, dass von uns HIV-Positiven jetzt durch voreiliges Handeln fahrlässig neue HIV-Übertragungen herbeigeführt werden. Diese unausgesprochenen Anschuldigungen empören mich zutiefst. Sie diskriminieren und dagegen verwehre ich mich entschieden!!
    ...
    In der Vergangenheit haben wir Menschen mit HIV ganz entscheidend durch unser mutiges Auftreten in der größeren oder kleineren / privaten Öffentlichkeit zum Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten mit uns beigetragen und unseren Teil an Verantwortung wahrgenommen.
    Über die Begegnungen mit uns haben viele Menschen überhaupt erst begonnen, wach zu werden und HIV als Thema, das sie betrifft, zu begreifen.

    Und wir werden auch jetzt, in dieser Zeitenwende, aus unserer Perspektive und Situation als Alltags-Experten im Leben mit HIV, daran mitwirken, dass die Erklärung der EKAF richtig verstanden und richtig vermittelt wird.
    ...
    Michel Jähme
    • CommentAuthoranonym
    • CommentTimeFeb 24th 2008
     
    Ralf:

    Trotz Kritik begrüße ich Ihr Papier außerordentlich, da es zur „Ent-Ängstigung“ in Partnerschaften beiträgt, in denen nur einer von beiden HIV-positiv ist.

    Fragen habe ich zu drei Punkten, auf die ich mir eine Antwort wünsche:
    1. Warum beachten Sie die unterschiedlichen Ansteckungsrisiken zwischen Analverkehr und Vaginalverkehr nicht und nehmen Sie dazu in Ihrem Papier nicht Stellung?
    2. Das Papier sagt, dass die HIV-infizierte Person nicht Träger einer anderen sexuell übertragbaren Infektion sein darf. Gilt dies nicht auch für den nicht infizierten Partner?
    Ist es nicht richtig, dass sexuell übertragbare Infektionen wie z. B. Chlamydien (diese können Erkrankungen der Schleimhäute im Augen-, Atemwegs- und Genitalbereich auslösen), HPV (engl. human papilloma virus, deren häufigste Folge Feigwarzen sind) und Herpes gentialis nur dann diagnostiziert werden, wenn diese Probleme machen und dass die meisten Träger dieser Infektionen in der Regel nichts von ihren Infektionen wissen, da die Krankheitserreger in den meisten Fällen glücklicherweise nicht zu Krankheiten führen?
    Bei Chlamydien treten z. B. laut Wikipedia bei 80 % der infizierten Menschen keine Symptome auf. In deutschen Großstädten sollen bis zu zehn Prozent der jungen Frauen infiziert sind, während bei sexuell aktiven Männern, die Sex mit Männern haben, von einer wesentlich höheren Verbreitung ausgegangen werden muss. Etwa 30 – 50% der HIV-positiven Männer, die Sex mit Männern haben, sind laut Robert Koch Institut chronisch Herpes genitalis infiziert.
    Gibt es fundierte Aussagen darüber, ob es überhaupt schwule Paare gibt, bei denen die von Ihnen genannten Voraussetzungen für ungeschützten Geschlechtsverkehr erfüllt werden, weil einer von beiden mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer der drei genannten sexuell übertragbaren Infektionen betroffen ist ohne es sicherlich in den meisten Fällen zu wissen?
    3. Welche Rolle spielen nichtsexuell übertragbare Infektionen (wie z. B. Grippe) - erhöhen diese nicht auch das Ansteckungsrisiko?

    Ralf Bogen, ehrenamtlicher Mitarbeiter von RAINBOW - Infomagazin der AIDS-Hilfe Stuttgart
    • CommentAuthorDennis
    • CommentTimeFeb 27th 2008
     
    Offener Brief aAn die Deutsche Aids Hilfe Berlin

    Mit Entsetzen habe ich die gemeinsame Stellungnahme „Die bewährten Präventionsbotschaften zum Schutz von HIV/AIDS gelten nach wie vor“ der DAH, BZgA(BMG) und des RKI zu dem Inhalt des von der EKAF vn Prof Vernazza herausgegebenen Berichtes zur Kenntnis genommen.

    Ich als Heterosexueller HIV Positiver spreche der DAH als Dachverband von etwa 120 regionalen Mitgliedsorganisationen die die Interessen für Menschen mit HIV vertritt jegliches Recht ab die Interessen von Heterosexuellen zu vertreten ab.

    „ Antidiskriminierung aber ist eine wesentliche Voraussetzung für gelingende Prävention“

    Als Heterosexueller HIV Positiver Mann fühle mich durch Ihre Stellungnahme in höchstem Maße diskriminiert

    Die Leitsätze die am 6. 10. 2007 von der DAH-Mitgliederversammlung verabschiedet wurden sind auf Grund Ihrer Stellungnahme selbstredend hinfällig da in diesen durch Ihre Stellungnahme vom 26.2. 2008 insbesondere die Belange Heterosexueller Paare nicht nur völlig außer acht gelassen worden sind sondern diese zum Wohl einer Mehrheit geradezu unter den Tisch gekehrt und mit den Füßen getreten worden sind.

    Ließt man sich die Rede von Maya Czaika, Vorstand der DAH „Betroffene zu Beteiligten machen“ die sie anlässlich des Parlamentarischen Abends zum Thema „Erfolge in der klinischen Forschung im Bereich HIV/AIDS: Die Dualität von Prävention und Forschung“ am 14. Februar 2008 hielt heute durch so kommt man nicht umhin festzustellen das große Teile Ihrer Rede unter Berücksichtigung der o.g. Stellungnahme der DAH zu dem Thema geradezu ein Schlag ins Gesicht aller heterosexuellen diskordanten Paare mit Kinderwunsch sind.

    Kurz und knapp kann man dies auch in einen Satz zusammen fassen: Heterosexuelle diskordante Paare mit Kinderwunsch haben kein Recht auf Lebensqualität.

    Das Ihre Stellungnahme höchstwahrscheinlich keine Berücksichtigung auf das Strafrecht in der Beurteilung einer Strafbarkeit einer versuchten HIV Übertragung bei einer funktionierenden Therapie finden dürfte auf der Hand liegen, da der Grundsatz das das Allgemeinwohl über dem Wohl des Einzelnen an vorderster Stelle steht. Insbesondere wenn man sich das Bild das über HIV in der Öffentlichkeit herrscht vor Augen hält.

    Nicht nur das mit Ihrer Stellungnahme dem Versuch der Entstigmatisierung von HIV + insbesondere Heterosexuellen Positiven kein Zeichen gesetzt wurde - nein es wurde damit alles getan um diese am Leben zu halten. Dem herrschenden Bild/Klischee über HIV Positive wurde weiterhin Nahrung gegeben anstatt diese ihm zu entziehen . Die angesprochene Ent-ängstigung sowie angestrebte - angedachte Überarbeitung der Prävention unter dem Gesichtspunkt das HIV durch das EKAF Papier in der Bevölkerung eine Änderung erfahren könnte wurde vertan.

    Der Slogan der Kampagne „Ich weiß was ich tu“ die im Moment von der DAH in Zusammenarbeit mit der BZgA und dem Bundesgesundheitsministerium für Männer, die Sex mit Männern haben entwickelt wird bezieht nicht nur Schwule mit ein sondern trifft auf einer anderen Ebene auch auf Heterosexuelle Paare und - vielleicht waren Sie sich dessen nicht bewußt - auch auf die DAH als Gestalter - Entwickler zu.

    „Mit HIV infizierte und von dem Virus besonders bedrohte Menschen zu informieren, sie in ihrem Selbstbewusstsein und ihren Handlungskompetenzen zu stärken, ihnen Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen und ihnen Lösungs-Strategien für eine gelingende Risikominimierung aufzuzeigen, dies wird auch in den kommenden Jahren unsere Aufgabe sein.“

    Diese einmalige Chance haben Sie vertan.

    Dieser Brief bezieht sich auf den folgen Link bzw die in diesem Linn angegebenen Statements bzw Stellungnahme der DAH vom 26.2.2008

    http://www.lhiving.com/forum/viewtopic.php?t=3916


    MfG Dennis
    • CommentAuthorDennis
    • CommentTimeFeb 29th 2008
     
    Es hat sich etwas bewegt . . . . .

    http://www.aidshilfe.de/index.php?id=11303&sessionLanguage=de&sessionCountry=DE

    Hoffen wir das die Richtung beibehalten wird . . .

    MFG Dennis